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Verunsicherung bei chronisch kranken Patienten

Bereits kurz nach dem Ausbruch der Coronakrise im März 2020 wurden die ersten Stimmen laut, die davor warnten, dass durch die Allgegenwart des Themas Corona anderen Erkrankungen nicht mehr die Aufmerksamkeit geschenkt wird, die für eine gute medizinische Versorgung nötig ist. Seither berichten viele Mediziner von zahlreichen verschobenen oder abgesagten Behandlungen und Vorsorgeterminen. Nun weist der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (BNG) auf sinkende Zahlen bei der Erstbehandlung von Hepathitis-C mit einer antiviralen Therapie in den Monaten März bis Mai im Vergleich zum Vorjahr hin.

In einem aktuellen Bericht schreibt der BNG auf seiner Website: "Glücklicherweise kam es nach Einschätzung der Mehrheit der Zentren mittel- und langfristig zu keiner Unterversorgung", betont Dr. Dietrich Hüppe, bng-Leberexperte und Wissenschaftlicher Leiter des DHC-R. "Sorge bereitet uns aber, dass aufgrund der Pandemie-bedingten Einschränkungen gerade akut lebensbedrohliche Komplikationen wie ein Organversagen im Zusammenhang mit einer Leberzirrhose in erheblichem Maß verspätet erkannt wurden." Eine Umfrage des Deutschen Hepathitis-C-Registers unter fachärztlichen Praxen für Lebererkrankungen habe ergeben, dass viele chronisch kranke Patienten bereits vereinbarte Arzttermine aus Verunsicherung angesichts der Coronasituation abgesagt hätten.